So, die ersten Prachtexemplare sollten nun in deinem stolzen Besitz sein, nachdem wir letztes Mal über potentielle Zigarren in puncto Format und Herkunftsland sprachen. Nun geht es schnurstracks also ans Eingemachte – du kannst es sicher kaum erwarten.

Es geht ans Rauchen. Auch hier die nächsten Hürden: Wie sorge ich am besten dafür, dass ich nicht wie ein Gestörter an der Zigarre ziehen muss, ohne das Rauch rauskommt, wie entzünde ich das gute Stück optimalerweise und wie sorge ich dann schlussendlich für das genussvollste Raucherlebnis; deshalb ist dieser Artikel unterteilt in:

  • Das Anschneiden/Anbohren der Zigarre
  • Empfehlungen für das Anzünden der Zigarre
  • Das perfekte Raucherlebnis

Das Anschneiden/Anbohren der Zigarre

A-Team-Fans werden wahrscheinlich schon die Zigarre lässig zwischen den Zähnen haben, um diesen Abschnitt getrost zu überspringen, dennoch ist es, im Hinblick auf die artgerechte Haltung der Zigarre, durchaus empfehlenswert, sich mit den anderen Möglichkeiten der Bearbeitung des Zigarrenkopfes zu befassen: Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, den Zigarrenkopf für das Raucherlebnis vorzubereiten:

  1. Das klassische Anschneiden: Ob mit Doppelklingencutter, einer fancy Guillotine oder einer stilvollen Zigarrenschere – bei dieser Methode ist darauf zu achten, dass nicht zu wenig und nicht zu viel vom Zigarrenkopf abgeschnitten wird. Der Zigarrenkopf ist, wie bei diesem Bild gut erkennbar (dunkles Anfangsstück), ein visuell recht deutlich abgetrennter Teil am Anfang der Zigarre.20170524_2203551.jpg
    Versucht diesen recht mittig zu durchtrennen – Zu weit oben, und die Stabilität der Zigarre ist gefährdet, zu weit unten, und ihr werdet mit dem Zugverhalten der Zigarre Schwierigkeiten bekommen.
  2. Der Kerbschnitt: Wie der Name schon sagt, sorgen diese Cutter, die sogenannten V-Cutter, dafür, dass eine Kerbe im Zigarrenkopf entsteht, durch die ihr den Rauch zu Tage fördern könnt.
  3. Der Zigarrenbohrer: Mit Hilfe dieses Werkzeuges stanzt ihr ein Loch in die Mitte des Zigarrenkopfes – auch hier ist natürlich der Sinn und Zweck des Ganzen, dass ihr einen möglichst optimalen Zug bekommt.

Die Pros und Contras aus meiner Sicht kurz zusammengefasst: Das große Plus des Bohrers ist, dass das Deckblatt stets intakt bleibt. Nachteil für mich als Anfänger ist allerdings, dass die Bohrtiefe schon ein gewisses Feingefühl benötigt, dass ich anfangs definitiv nicht habe. Außerdem ist der Bohrer nicht auf Spitze Formate anwendbar.

Zum Kerbschnitt kann ich euch offen gestanden nichts sagen – diese Methode konnte ich bisher noch nicht testen.

Mein Favourit ist allerdings das Anschneiden mit dem Doppelklingencutter. Brauchbare Modelle gibt es im günstigen Preissegment, wenn man sich darauf konzentriert, die Mitte des Zigarrenkopfes anzupeilen, kann eigentlich wenig schiefgehen und das Ergebnis ist in der Regel sehr zufriedenstellend.

Aber – auch hier, wie bei den Zigarren selbst, gilt: Probieren geht über studieren. Auch diese Methode ist wieder Geschmackssache, also probiert es aus und entscheidet euch für die Technik, mit der ihr euch am besten fühlt!

Empfehlungen für das Anzünden der Zigarre

Prinzipiell ist hier nur zwischen zwei Methoden zu unterscheiden: Ein Feuerzeug (vornehmlich Gas, nicht Benzin, da hier keine unangenehmen Rückstände im Verbrennungsprozess entstehen) oder ein Streichholz (Spezielle Zigarrenstreichhölzer sind eine beliebte Gratisbeigabe, diese sich länger als die handelsüblichen Haushaltsstreichhölzer). Das Feuerzeug gibt es verschiedensten Ausführungen, empfehlenswert für den kleineren Geldbeutel sind allerdings Jetflames, da diese vor allem für den Außendienst geeignet sind. Die Streichhölzer sind für das Vergnügen in geschlossenen Räumen geeignet. Bei beiden Möglichkeiten ergibt sich die gleiche Vorgehensweise: Röstet das Ende der Zigarre durch gleichmäßiges Drehen der Zigarre mit der Flamme des Feuerzeuges/Streichholzes bis sich eine gleichmäßige Glut bildet. Nun kann das paffen beginnen:

Das perfekte Raucherlebnis

Solltet ihr über einen ausgeprägten Überlebenstrieb verfügen, wird es euch wahrscheinlich gar nicht in den Sinn kommen, aber vorsichtshalber sei an dieser Stelle erwähnt: Bitte die Zigarre nicht auf Lunge rauchen. Das oben angekündigte „perfekte Raucherlebnis“ wird euch durch das sogenannte „Paffen“ zuteil. Hierbei wird der Rauch, anders als beim Zigarette-Rauchen, nicht inhaliert, sondern der Rauch wird im Mundraum gehalten und leicht bewegt, bis er über Mund oder Nase wieder nach draußen befördert wird. Hierdurch werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

  1. geht man nicht an einer Nikotinvergiftung drauf (sehr drastisch formuliert natürlich!)
  2. kann man durch die Geschmackssinne in Gaumen und Nase die aromatischen Nuancen der Zigarre am besten wahrnehmen – der Rauchgenuss kann beginnen!

So, jetzt heißt es Cutter wetzen und Feuer frei!

Euer Sven

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