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Zigarren-Review – Joya de Nicaragua | Antaño 1970 | Magnum 660

Joya de Nicaragua ist einer der ältesten Zigarrenhersteller Nicaragua’s. Auch der Name der Zigarre, Antaño 1970, beruft sich auf die lange Tradition: Antaño bedeutet so viel wie ‚einst‘ oder ‚früher‘ und ist ein Verweis auf die lange Erfolgsgeschichte der Marke, welche komplett aus nicaraguanischem Tabak hergestellt wird. Der erste Eindruck der Antaño ist geradezu perfekt: Ein feinadriges, dunkles, ölig-schokoladiges Deckblatt kleidet die gigantische Zigarre. Der Kaltgeruch ist eine angenehme Mischung aus Nuss, Schokolade und leichten Erdtönen.

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Beim Toasten der Zigarre verbreitet sich zu Beginn ein voller Eindruck aus Schokolade und Röstung. An diesen positiven Beginn kann die Antaño leider nicht anknüpfen: Im ersten Drittel überwiegt ein cremiger Smoke, der nur durch verschwindend geringe Schokoladennoten und eine leichte Süße begleitet wird. Auch im zweiten Drittel dominiert die Creme, wodurch sich keine anderen Aromen und Geschmäcker den Weg bahnen können. Die leichte Süße ist angenehm im Hintergrund, am Ende des zweiten Drittels gesellen sich schüchtern ein paar Röstnoten dazu. Im letzten Drittel kommt die Zigarre dann noch etwas aus sich raus: Zur Creme und der Süße kommen leichte Anwandlungen von Pfeffer, feine Gewürz und eine dezente Röstung.

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Die Rauchentwicklung der Antaño hingegen ist satt und voluminös, der Zug leicht und die Aschebildung durchaus solide. Lediglich der Abbrand, welcher bis zur Hälfte nahezu perfekt war, wird gegen Ende schlechter.

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Die Antaño ist eine schöne, gut verarbeitete Zigarre, die mir leider geschmacklich etwas zu flach herkommt und keine wirklich Abwechslung über die Rauchdauer von 90 min. bietet. Durch die dominante Creme und die stetige Süße ist durchaus angenehm zu rauchen – keine Frage – jedoch fehlt mir eindeutig das Besondere, die Spannung – 7,0 / 10,0.

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Zigarren-Review – CAO | pilón | Toro

2016 kam die CAO pilón auf den deutschen Markt, seit Anfang 2017 ergänzt das hier erprobte Toro-Format die Serie. Das Wort pilón steht für die Besonderheit dieser Serie: Es wird sich auf alte kubanische Anbaumethoden im Bereich der Fermentierung besonnen. Diese Fermentierhaufen geben der Zigarrenserie den Namen: pilón. Äußerlich kommt die pilón mit einer sehr schönen, kolossalen Banderole und einem fein-geäderten, nussbraunen Deckblatt daher. Der Kaltgeruch ist eine wohlriechende Mischung aus Erde, Nuss und leichten Spuren von Kaffee.

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Geschmacklich beginnt die CAO pilón gleich sehr verheißungsvoll: süßlich, schokoladig, mit leichten Noten von Erde und Leder. Im zweiten Drittel nimmt die Süße der Zigarre weiter zu; es entwickeln sich weitere Nuancen von Schokolade, Zedernholz und Erdtönen. Gegen Ende wird die vornehmliche Süße gepaart mit dem Zedernholz. Leichte Röstaromen schwelgen im Hintergrund.

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Gleich zu Beginn ist der Zug der Zigarre sehr schlecht, nach fünf Minuten wird es etwas besser, dennoch ist der Zug alles andere als optimal und mindert das Rauchvergnügen stark; durch den komplizierten Zug ist auch die Rauchentwicklung sehr dürftig. Der Abbrand ist zeitweise leicht schief, die Aschebildung ist sehr solide. Die Rauchdauer betrug ca.75 Minuten.

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Geschmacklich eine wunderbare, milde und doch komplexe Zigarre mit einer sehr angenehmen Süße. Jedoch der sehr schlechte Zug und die dadurch bedingte, suboptimale Rauchentwicklung mindern das Raucherlebnis. Eventuell ist hier ein anderen Format besser geeignet, um die positiven Eigenschaften der Serie zu untermalen – 7,5 / 10,0.

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Zigarren-Review – Crowned Heads | Jericho Hill | OBS

Bei der Jericho Hill von Crowned Heads handelt es sich um eine Zigarre aus Nicaragua, die in der Zigarrenfabrik My Faters Cigars S.A. gerollt wird. Der Name stammt von einem Johnny Cash Song, bei dem der Sheriff aus Jericho Hill kommt. Die Zigarre selbst kommt mit einer schönen Banderole, die ein schokoladig-dunkles Deckblatt umschließt, das teils grobe Adern aufweist. Der Kaltgeruch ist eine Mischung aus Schokolade, Röstaromen und einem Hauch Leder.

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Im ersten Drittel beginnt die Jericho Hill mit Röstaromen, dem Geschmack von Zartbitterschokolade, leichten Pfeffernuancen und einer feinen Süße im Hintergrund. Im Laufe des zweiten Drittels tritt die Würze weiter zurück, Süße und Nuss kommen, gepaart mit Zartbitterschokolade und Kaffee, mehr zum Vorschein, im Hintergrund begleitet von Creme und Röstaromen. Auch im letzten Drittel überwiegen Süße, Nuss, Zartbitterschokolade und Creme; leichte Röst- und Erdaromen begleiten die Komposition stimmig im Hintergrund.

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Die Jericho Hill bildet eine schön feste, helle Asche, guter Abbrand, der nur kurz durch leichten Schiefbrand gestört wurde und ein angenehmer Zug, der einen satten, voluminösen Rauch bietet. Die Rauchdauer betrug ca. 60 Minuten.

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Geschmacklich handelt es sich bei der Jericho Hill um eine tolle Zigarre, die zu einem fairen Preis daherkommt. In Kombination mit einem Espresso und einer leckeren Zartbitterschokolade ist die Zigarre ein absolutes Erlebnis. Das Deckblatt der Jericho Hill war mir etwas zu grob und leicht lädiert, kann aber natürlich persönliches Pech sein, dennoch deshalb für mich derzeit „nur“ 8,5 /10,0.

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Zigarren-Review – Flor de Copan | Toro

Bei der Flor de Copan handelt es sich um eine in Deutschland sehr beliebte Zigarre, die bereits auf den ersten Blick durch ihr Erkennungszeichen, die Zedernholz-Verkleidung zu bestechen weiß. Benannt wurde die Zigarre nach dem Anbaugebiet des Tabaks, der Gegend Santo Rosa de Copan in Honduras. Nach Entfernen des Zedernholzes kommt die schöne Zigarre zum Vorschein: leichte, grobe Adern auf dem nussfarbigen Deckblatt, fest gerollt mit einem cremigen, erdig-nussigen Geruch.

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Zu Beginn wartet die Flor de Copan mit einem cremigen Geschmack auf, der durch eine leichte Schärfe, welche nach kurzer Zeit zurücktritt und die Aromen von Nuss und Zedernholz abgerundet wird. Im zweiten Drittel überwiegt der Geschmack von Creme und Nuss mit Pfeffer im Hintergrund. Leichte Anwandlungen von Süße und Karamell sowie etwas Leder deuten sich an. Im letzten Drittel überwiegt der Geschmack von Nuss, leichte Röstaromen und Creme schwelgen im Hintergrund, leichte Schärfe durchsetzt von einer dezenten Süße sind im Hintergrund zu erschmecken.

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Die Rauchentwicklung und Aschebildung sind solide, der Abbrand ist perfekt. Die Rauchdauer ist mit circa 60 Minuten für eine Toro recht gering.

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Die Flor de Copan ist wirklich eine super Zigarre; Für den vergleichsweise günstigen Preis (5,80 € für die Toro) bekommt man das Aroma Honduras‘ perfekt eingefangen in dieser sehr schönen Zigarre. Aufgrund der Milde ist sie auch für Anfänger sehr zu empfehlen – 8,5 / 10,0.

Zigarren-Review – San Lotano | Oval | Robusto

Die San Lotano Oval zeigt sich ansprechend im boxpressed Format – quadratisch, praktisch… Gut? Das makellose Deckblatt, das mit der satten Farbe von Zartbitterschokolade daherkommt, reift für ganze vier Jahre, ehe es mit Tabakeinlagen aus Honduras und Nicargua kombiniert wird. Der erste Eindruck wird durch erdig-holzigen Duft mit Noten von Schokolade abgerundet.

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Geschmacklich präsentiert sich die San Lotano gleich zu Beginn sehr selbstbewusst: Starker Pfeffer, der sich nach den ersten Minuten etwas legt, schokoladiger Geschmack und Röstaromen mit einem kräftig-vollen, cremigen Rauch. Im zweiten Drittel gesellen sich dann Nuancen von Gewürzen und Kräutern zu dem Smoke. Es entwickelt sich eine leichte Süße, welche neben Pfeffer und Kaffeeröstung mitschwingt. Im letzten Drittel tritt die Süße dann etwas mehr in den Vordergrund; ein weites Portfolio an Gewürzen, Pfeffer und hintergründigen Röstaromen rundet die Aromenvielfalt ab.

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Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, wird der Zug nach wenigen Minuten wesentlich besser. Der Schiefbrand, der von Anfang an vorhanden war, wird auch nach mehrfachem Nachbessern nicht besser – ein ganz klares Defizit.

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Die San Lotano ist ein kräftiger, komplexer Smoke – für Anfänger nicht geeignet, bietet die Zigarre dennoch eine wunderbare Aromenvielfalt. Großer Minuspunkt war der Schiefbrand, der sich als extrem störend erwies – hierbei könnte es sich um einen Einzelfall handeln, von mir bekommt die Zigarre dennoch vorerst nur 7,0 / 10,0 Punkten, obwohl sie mir geschmacklich sehr zusagte.

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Zigarren-Review – La Bavaria | Toro | Glastubo

Die La Bavaria ist ein spannendes Projekt der Polzmacher Tobacco Group (kurz PTG): Kubanisches Saatgut, bayrische Erde und kubanische Zigarrendreher. 2005 wurde das ehrgeizige Unterfangen ins Leben gerufen. Seit 2014, nach erfolgreicher Experimentierphase, ist die La Bavaria für jeden interessierten Zigarrenliebhaber im Handel verfügbar. In der bayrischen Plantage wird der gesamte Tabak der La Bavaria, also Einlage, Umblatt und Deckblatt, angebaut.

Auf den ersten Blick weiß die bayrische Zigarre zu imponieren: Ein wunderschönes, kakao-cremefarbenes Deckblatt, dass fein geädert ist und ein volles, präsentes Nuss-Aroma verströmt.

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Die La Bavaria beginnt nach dem Entzünden mild und mit einer selbstbewussten Würze; Creme und Nuancen von Nuss und dunkelem Kakao, welche von hintergründig von einer feinen Süße begleitet werden, beherrschen die Geschmackspalette. Im zweiten Drittel gesellen sich Erd- und Holztöne zu den Creme-Aromen. Die Würze tritt zurück und leichte Kakao-Röstaromen, die weiterhin von der feinen Süße umspielt werden, kommen zum Vorschein. Im letzten Drittel tritt die Süße mehr in den Vordergrund, wird präsent und fügt sich mit Röstsromen, Holz-und Erdtönen in eine wunderbar runde Gesamtkomposition.

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Der Zug der La Bavaria war perfekt mit satter Rauchentwicklung. Der Abbrand war schön gleichmäßig, die Aschebildung war solide; eine mittelfeste, helle Asche.

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Für mich eine perfekte Zigarre, die eine breite Aromenvielfalt bietet, von Anfang bis Ende (Rauchdauer ca. 90 Minuten) einen satten, dicken Rauch lieferte, nicht zu mild und nicht zu scharf war und insgesamt ein spannendes Rsucherlebnis bot. Das Format ist toll und bringt das Aromenspektrum der La Bavaria perfekt zur Geltung. Die dezente Süße im Hintergrund bietet eine individuelle Signatur dieser phantastischen Zigarre – 10/10

Zigarren-Review – Davidoff | Signature 2000 | Corona

Vom Premium-Zigarrenhersteller Davidoff hat wohl jeder Interessierte schon bei der einen oder anderen Gelegenheit etwas gehört. Für mich war die Signature 2000 die erste Davidoff-Zigarre, die ich genießen konnte. Mit ca. 13€ definitiv kein Schnäppchen für das Corona-Format, aber der gute Ruf, der den Davidoff-Zigarren vorauseilt, ließ mich dennoch zuschlagen – Die Erwartungshaltung war hoch.

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Optisch kann man der Davidoff Signature nichts vormachen: Cremig-lederfarbiges Deckblatt, keine Makel, sehr filligrane Adern – das perfekte Erscheinungsbild.

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Der Geschmack der Signature 2000 ist wirklich bemerkenswert: Im ersten Drittel besticht die Zigarre durch eine ausbalancierte Creme, die sehr mild einige feine Erdtöne transportiert. Im zweiten Drittel gesellen sich dezente Pfeffernoten zur Creme, die einige Nussnuancen mit den bereits vorhandenen Erdtönen paart, ohne an Milde einzubüßen. Die Tendenz wird im letzten Drittel fortgeführt; Nuss und Erde überwiegen, Pfeffer fügt sich in der feinen Komposition des cremigen Geschmackserlebnisses.

Zug und Abbrand waren über die gesamte Rauchdauer von 45-50 min perfekt, die Aschebildung war solide – auch hier gibt es absolut nichts zu meckern

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Fazit: Ein wunderbares, mild-cremiges Raucherlebnis, das über die gesamte Rauchdauer von ungefähr 45-50 min ein komplexes, wohlkomponiertes Aromenspektrum biete, ohne zu scharf oder pfeffrig zu werden. Einzig der Preis ist für mich ein Manko dieser fantastischen Zigarre – 9,0 / 10,0.

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