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Zigarren-Review – Roma Craft | CroMagnon Connecticut Broadleaf Maduro| EMH

Der Untertitel auf dem Logo der Serie CroMagnon ist definitiv mal eine Ansage, die zu hinterfragen gilt: Rustic, primal, strong – also rustikal, ursprünglich (oder original) und stark. Das ölige, feingeäderte Deckblatt, dass eine satte, dunkle Farbe hat und einen Kaltgeruch von Schokolade verbreitet, stammt aus den USA, während der Rest der Zigarre in Nicaragua angebaut wird.

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Im ersten Drittel entwickelt die CroMagnon Aromen von Schokolade, leichter Röstung, einer dezenten Süße und Anwandlungen von Nuss. Nach kurzer Zeit geht die Creme in den Vordergrund und dominiert das Raucherlebnis. Im zweiten Drittel bildet die Creme zusammen mit der dezenten Süße das Fundament; dazu gesellen sich Nuancen von Kaffee, etwas Nuss, Leder, Pfeffer und Erdtöne. Zum Schluss mischen sich zur satten Creme und der feinen Süße Noten von Erd- und Holztönen, Röstnoten von Kaffee und leichtem Kakao, Leder und dezentem Pfeffer.

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Über die Rauchdauer von ca. 80 Minuten waren sowohl die Rauchentwicklung als auch der Zug optimal. Der Abbrand war durch leichte Unregelmäßigkeiten geprägt, die aber nicht weiter störten; die hellgraue, grobe Aschebildung war solide.

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Geschmacklich war die Zigarre genau so, wie man sie sich beim ersten Anblick vorstellt und wünscht: kräftig, selbstbewusst, ausgewogen und mit toller Aromenvielfallt – oder, um es mit den Worten des Herstellers zu summieren: rustic, primal, strong – 9,0 / 10,0.

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Zigarren-Review – Drew Estate | Liga Privada No. 9 | Toro

Eigentlich war die Liga Privada, wie der Name bereits vermuten lässt, nicht für die Öffentlichkeit bestimmt: Steve Saka, der Chef von Drew Estate im Jahr 2005, ließ diese exquisite Zigarre ursprünglich für den privaten Gebrauch anfertigen. Als diese zu Testzwecken allerdings als Probeexemplare an Händler herausgegeben wurde, war die Nachfrage groß. Kein Wunder: Das Deckblatt der Liga Privada wird für mindestens 18 Monate gereift, die Tabake, die für die Zigarre verwendet werden sind sehr selten, was die Stückzahl der Liga Privada stark einschränkt – täglich werden höchstens 1.000 dieser Zigarren produziert und anschließend noch einmal für ein Jahr gelagert. Ob sich der Aufwand lohnt? Finden wir es heraus!

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Ein samtiges, makelloses Deckblatt in der Farbe von Zartbitterschokolade ummalt mit dem feinen Geruch von Kakao und Haselnuss.

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Vom Beginn des Toastens an ist die Liga Privada allgegenwärtig: Der Geruch von Kakao und Röstaromen liegt in der Luft. Geschmacklich beginnt die Zigarre mit einer leichten Süße. Komplexe, starke Noten von Creme, Schokolade, Haselnuss dominieren das Raucherlebnis. Im Hintergrund untermalt eine satte Würze. Im zweiten Drittel lässt die Creme etwas nach, dafür tritt die Würze mehr in den Vordergrund; Süße, Schokolade und Haselnuss bleiben bestehen, Zedernholz und eine leichte Röstung gesellen sich in die Gesamtkomposition. Gegen Ende entfaltet sich eine komplexe, breitgefächerte Würze; Haselnuss, Mandeln und Walnuss, Zedernholz, Kakao, Zartbitterschokolade, leichte Süße und eine dezente Creme vervollständigen den Smoke.

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Über die gesamte Rauchdauer von ca. 75 Minuten erzeugte die Liga Privada einen satten, voluminösen Rauch. Die Aschebildung war sehr solide (s. Bilder), der Zug war perfekt; lediglich der Abbrand war teilweise leicht schief – dies regulierte sich allerdings nach einiger Zeit von selbst.

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Preislich ist die Liga Privada eine echte Hausnummer (15,90 €), dennoch ist die Zigarre ein echtes Erlebnis: Geschmacklich immer aufregend, ausbalanciert und unfassbar lecker! Für Anfänger nicht zu empfehlen, ist die Zigarre für jeden fortgeschrittenen Aficiando eine absolute Empfehlung. Lediglich der Preis gibt einen Abzug in der B-Note: – 9,5 / 10,0.

Zigarren-Review – CAO | OSA | LOT T

Der Name der CAO | OSA kommt vom Anbaugebiet des seidigen Deckblatts, der Gegend Olancho San Augustin (kurz: OSA). Auf der modernen Banderole, die das makellose, dunkle, kakaobraune Deckblatt ziert, sind die Koordinaten dieses Gebietes verzeichnet. Der Kaltgeruch der OSA ist eine Mischung aus Nuss und angenehmer Röstung.

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Zu Beginn besticht die OSA durch einen würzigen Geschmack mit dezenter Süße, der durch Creme , Holz und leichte Ledernuancen unterlegt ist. Im zweiten Drittel nimmt die Würze weiter zu, Pfeffernoten gesellen sich dazu. Im Hintergrund entstehen leichte Röstaromen, gepaart mit süßer Creme und leichten Erdtönen. Zum Schluss tritt die Süße noch mal in den Vordergrund, während Holz- und Erdaromen mit einem Hauch Schokolade und leichten Kaffeenoten im Hintergrund harmonieren.

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Technisch kann man an der OSA nichts bemängeln: Der Zug war gut, die Rauchentwicklung war schön dicht, der Abbrand war zwar leicht schief, was aber nicht weiter störte und die Aschebildung war sehr solide. Trotz des kleinen Formats (Länge gerade mal 11,43 cm) war die Rauchdauer mit 50 min. durchaus ansprechend.

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Die OSA war ein sehr angenehmer und solider Smoke ohne Makel, jedoch ließ er, zumindest was meinen Geschmack angeht, die großen aromatischen Highlights etwas vermissen; Eine gute Zigarre für zwischendurch – 8,0 / 10,0.

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Zigarren-Review – Alec Bradley | Sanctum | Robusto

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Über die Zigarrenmarke Alec Bradley muss ich an dieser Stelle wohl nicht mehr viel sagen: Für mich eine der innovativsten und interessantesten Marken. Vor allem die Black Market-Serie ist für jeden neuen Zigarrenliebhaber eine Empfehlung; sowohl was das Optische angeht, als auch die Qualität und der tolle Geschmack. Die Sanctum besticht nicht nur durch die sehr schön gestaltete Banderole, auch die Komposition der Bestandteile lässt Großes erwarten: Die Einlage ist ein Blend aus Tabaksorten aus Kolumbien, Nicaragua und Honduras, das Umblatt stammt aus Costa Rica und das Deckblatt aus Honduras. Dieses rundet das perfekte Äußere ab: Ein feingliedriges, nussfarbenes Deckblatt. Der Kaltgeruch ist eine Mischung aus Erde, Zeder und leichtem Leder.

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Bereits zu Beginn kündigt sich eine feine Süße von Vanillenoten an. Zedernholz und eine milde, leichte Creme runden den vollen Geschmack ab. In zweiten Drittel weicht die Creme und gibt den Platz für eine feine Würze und leichte Pfeffernuancen. Die angenehme, feine Süße bleibt dezent im Hintergrund, während Erd- und Holznoten sich mit leichten Mandelaromen vermischen. Gegen Ende tritt die Vanillesüße etwas in den Vordergrund, leichte Schokoladen- und Milchnoten, sowie Nuss und dezente Lederanwandlungen runden den Smoke ab.

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Die dunkelgraue Asche der Sanctum war sehr solide, der Abbrand und der Zug waren sehr gut und ohne Makel. Auch die dichte, voluminöse Rauchentwicklung ließ keine Wünsche offen; die Rauchdauer betrug ca. 70 Minuten.

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Die Sanctum ist eine aufregende, spannende Zigarre, die ein breites Spektrum an Aromen aufweist, ohne je die Balance in eine Richtung zu verlieren. Eine wunderbare Komposition mit perfekter Verarbeitung – 9,0 / 10,0.

Zigarren-Review – Joya de Nicaragua | Antaño 1970 | Magnum 660

Joya de Nicaragua ist einer der ältesten Zigarrenhersteller Nicaragua’s. Auch der Name der Zigarre, Antaño 1970, beruft sich auf die lange Tradition: Antaño bedeutet so viel wie ‚einst‘ oder ‚früher‘ und ist ein Verweis auf die lange Erfolgsgeschichte der Marke, welche komplett aus nicaraguanischem Tabak hergestellt wird. Der erste Eindruck der Antaño ist geradezu perfekt: Ein feinadriges, dunkles, ölig-schokoladiges Deckblatt kleidet die gigantische Zigarre. Der Kaltgeruch ist eine angenehme Mischung aus Nuss, Schokolade und leichten Erdtönen.

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Beim Toasten der Zigarre verbreitet sich zu Beginn ein voller Eindruck aus Schokolade und Röstung. An diesen positiven Beginn kann die Antaño leider nicht anknüpfen: Im ersten Drittel überwiegt ein cremiger Smoke, der nur durch verschwindend geringe Schokoladennoten und eine leichte Süße begleitet wird. Auch im zweiten Drittel dominiert die Creme, wodurch sich keine anderen Aromen und Geschmäcker den Weg bahnen können. Die leichte Süße ist angenehm im Hintergrund, am Ende des zweiten Drittels gesellen sich schüchtern ein paar Röstnoten dazu. Im letzten Drittel kommt die Zigarre dann noch etwas aus sich raus: Zur Creme und der Süße kommen leichte Anwandlungen von Pfeffer, feine Gewürz und eine dezente Röstung.

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Die Rauchentwicklung der Antaño hingegen ist satt und voluminös, der Zug leicht und die Aschebildung durchaus solide. Lediglich der Abbrand, welcher bis zur Hälfte nahezu perfekt war, wird gegen Ende schlechter.

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Die Antaño ist eine schöne, gut verarbeitete Zigarre, die mir leider geschmacklich etwas zu flach herkommt und keine wirklich Abwechslung über die Rauchdauer von 90 min. bietet. Durch die dominante Creme und die stetige Süße ist durchaus angenehm zu rauchen – keine Frage – jedoch fehlt mir eindeutig das Besondere, die Spannung – 7,0 / 10,0.

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Zigarren-Review – CAO | pilón | Toro

2016 kam die CAO pilón auf den deutschen Markt, seit Anfang 2017 ergänzt das hier erprobte Toro-Format die Serie. Das Wort pilón steht für die Besonderheit dieser Serie: Es wird sich auf alte kubanische Anbaumethoden im Bereich der Fermentierung besonnen. Diese Fermentierhaufen geben der Zigarrenserie den Namen: pilón. Äußerlich kommt die pilón mit einer sehr schönen, kolossalen Banderole und einem fein-geäderten, nussbraunen Deckblatt daher. Der Kaltgeruch ist eine wohlriechende Mischung aus Erde, Nuss und leichten Spuren von Kaffee.

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Geschmacklich beginnt die CAO pilón gleich sehr verheißungsvoll: süßlich, schokoladig, mit leichten Noten von Erde und Leder. Im zweiten Drittel nimmt die Süße der Zigarre weiter zu; es entwickeln sich weitere Nuancen von Schokolade, Zedernholz und Erdtönen. Gegen Ende wird die vornehmliche Süße gepaart mit dem Zedernholz. Leichte Röstaromen schwelgen im Hintergrund.

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Gleich zu Beginn ist der Zug der Zigarre sehr schlecht, nach fünf Minuten wird es etwas besser, dennoch ist der Zug alles andere als optimal und mindert das Rauchvergnügen stark; durch den komplizierten Zug ist auch die Rauchentwicklung sehr dürftig. Der Abbrand ist zeitweise leicht schief, die Aschebildung ist sehr solide. Die Rauchdauer betrug ca.75 Minuten.

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Geschmacklich eine wunderbare, milde und doch komplexe Zigarre mit einer sehr angenehmen Süße. Jedoch der sehr schlechte Zug und die dadurch bedingte, suboptimale Rauchentwicklung mindern das Raucherlebnis. Eventuell ist hier ein anderen Format besser geeignet, um die positiven Eigenschaften der Serie zu untermalen – 7,5 / 10,0.

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Zigarren-Review – Crowned Heads | Jericho Hill | OBS

Bei der Jericho Hill von Crowned Heads handelt es sich um eine Zigarre aus Nicaragua, die in der Zigarrenfabrik My Faters Cigars S.A. gerollt wird. Der Name stammt von einem Johnny Cash Song, bei dem der Sheriff aus Jericho Hill kommt. Die Zigarre selbst kommt mit einer schönen Banderole, die ein schokoladig-dunkles Deckblatt umschließt, das teils grobe Adern aufweist. Der Kaltgeruch ist eine Mischung aus Schokolade, Röstaromen und einem Hauch Leder.

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Im ersten Drittel beginnt die Jericho Hill mit Röstaromen, dem Geschmack von Zartbitterschokolade, leichten Pfeffernuancen und einer feinen Süße im Hintergrund. Im Laufe des zweiten Drittels tritt die Würze weiter zurück, Süße und Nuss kommen, gepaart mit Zartbitterschokolade und Kaffee, mehr zum Vorschein, im Hintergrund begleitet von Creme und Röstaromen. Auch im letzten Drittel überwiegen Süße, Nuss, Zartbitterschokolade und Creme; leichte Röst- und Erdaromen begleiten die Komposition stimmig im Hintergrund.

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Die Jericho Hill bildet eine schön feste, helle Asche, guter Abbrand, der nur kurz durch leichten Schiefbrand gestört wurde und ein angenehmer Zug, der einen satten, voluminösen Rauch bietet. Die Rauchdauer betrug ca. 60 Minuten.

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Geschmacklich handelt es sich bei der Jericho Hill um eine tolle Zigarre, die zu einem fairen Preis daherkommt. In Kombination mit einem Espresso und einer leckeren Zartbitterschokolade ist die Zigarre ein absolutes Erlebnis. Das Deckblatt der Jericho Hill war mir etwas zu grob und leicht lädiert, kann aber natürlich persönliches Pech sein, dennoch deshalb für mich derzeit „nur“ 8,5 /10,0.

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